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Welenreiter - der erste integrative Segeltörn mit "Black Gouda" vom 19. - 24.10.2003

Die Aktion Wellenreiter begann am Sonntag morgen um 11.00 Uhr mit einem kleinen Imbiss in einem Raum der Südpfalzwerkstatt in Offenbach. Es schien anfangs so, als ob das Gepäck, das da im Hof der Werkstatt lag, niemals Platz in den Bussen finden würde, weil jeder Unmengen an warmen Kleidern eingepackt hatte und die Taschen dementsprechend gut gefüllt waren. Irgendwie hat es schließlich doch funktioniert. Dann teilten wir uns in die Fahrzeuge auf und fuhren los in Richtung Enkhuizen am Ijsslemeer.

Im Compagnieshafen wurden wir abends ab 21.00 Uhr erwartet. Mit großen Handwagen konnten wir unser Gepäck über einen langen Steg bis zu unserem Schiff, der Lutgerdina, transportieren. Die Lutgerdina ist ein rollstuhlgerecht gebautes Schiff und gehört dem niederländischen Behindertensportverband NEBAS. Über diese Organisation finden jährlich viele Segelfreizeiten für Menschen mit Behinderung statt. Ludwig, unser Rollstuhlfahrer konnte ganz bequem über eine Rampe auf das Schiff und per Fahrstuhl unter Deck gefahren werden.

Nachdem die Zimmereinteilung besprochen war und jeder sein Bett bezogen hatte, erklärte Mark, der Skipper, die wichtigsten Dinge, die an Bord zu beachten waren.

Für eine Woche sollte unser bunt zusammengewürfelter Haufen gemeinsam Segeln. Das waren neun DPSG’ler, neun Menschen mit Behinderung, zwei Betreuer und die dreiköpfige Crew Petra, Sjuerd und Mark.

Gleich am ersten Tag bekamen wir Segelanzüge zur Verfügung gestellt, ohne die einige von uns wahrscheinlich vor Kälte kaum hätten an Deck sein können. Sehr froh waren wir auch über die Heizungen im Aufenthaltsraum und in den Zimmern, denn im Oktober zu segeln bedeutet durchaus rauhes Wetter.

Im Aufenthaltsraum gab es eine große Tafel, auf der Mark mit Kreide das Ijsslemeer mit seinen Inseln, Städten, Dämmen, Schleusen und Strömungen gezeichnet hatte. Jeden Abend setzten wir uns mit allen zusammen und beschlossen gemeinsam die Segelroute für den nächsten Tag. Dabei mussten wir immer die Wettermeldung und die Windrichtung für den nächsten Tag in unsere Entscheidungen miteinbeziehen.

Nacheinander segelten wir von Enkhuizen nach Stavoren, Hindelopen, Harlingen, Makkum und wieder zurück. Abends legten wir in den unterschiedlichen Häfen an und wer wollte, konnte noch zu einer Kneipentour aufbrechen. Aber auch für die, die auf dem Schiff blieben, wurde es nicht langweilig. Es wurden Gesellschaftsspiele gespielt oder gesungen und außerdem gab es viele lustige Gespräche bei leckerem Glühwein.

Ein sehr schönes Erlebnis war das Ankern vor einer Sandbank. Bei Hochwasser und Strömung segelten wir bis kurz vor eine Stelle, an der bei Niedrigwasser eine Sandbank zum Vorschein kommt. Wir konnten zuschauen, wie das Wasser verschwand und der Sand hervorkam.

Alle, die Lust hatten, konnten mit Sjuerd per Motorboot zur Sandbank fahren. Spazieren gehen, Muscheln suchen oder Drachen steigen machte den Leuten sehr viel Spaß und sie kamen begeistert zurück zum Schiff.

Unsere bunt zusammengewürfelte Gruppe verstand sich fünf Tage lang sehr gut, man half sich gegenseitig bei den unterschiedlichsten Aufgaben vom Segel hochziehen bis zum Kochen und Abspülen. Für jeden wurde etwas gefunden, was er gut beherrschte und wie er sich am Gruppenleben beteiligen konnte. So trugen wirklich alle zum Gelingen unseres Segeltörns bei.

Daniela Guz
Referentin für Behindertenarbeit der DPSG DV Speyer

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